Medizinische Studiengänge im Vergleich - Eine Übersicht zum Medizinstudium

Relativ ähnliche Studienwege im medizinischen Umfeld können zu höchst unterschiedlichen beruflichen Positionen führen. Da gibt es zum einen die Studiengänge Humanmedizin und Zahnmedizin, die im Normalfall in die Berufe Allgemeinmediziner und Zahnarzt münden. Die Studiengänge von Human- und Zahnmedizin sind teils identisch, in beiden Fällen nur auf einer Universität zu absolvieren und führen zu den Abschlüssen Dr. med. respektive Dr. med. dent. Nach dem Erhalt der Approbation, also der Zulassung zur Ausübung eines Heilberufs, gründen Allgemein- wie Zahnärzte üblicherweise eine eigene Arztpraxis, in der sie ihren Beruf ausüben. Aufgrund der hohen Kosten, die die Etablierung einer solchen Praxis mit sich bringt, gründen viele Allgemein- und Zahnmediziner in den letzten Jahrzehnten Gemeinschaftspraxen, um den Start in den Beruf kostenseitig abbilden zu können.

Etwas komplexer gestaltet sich die Situation auf der anderen Seite für Absolventen eines medizintechnischen Studiums, etwa der Medizintechnik oder der Medizininformatik. Diese Studiengänge werden oft sowohl an Universitäten als auch an Fachhochschulen angeboten, wodurch sich bereits die Zulassungsvoraussetzungen ändern.

Zulassungsvoraussetzungen & Abschlüsse

Sind für das Studium der Allgemein- und der Zahnmedizin die Allgemeine Hochschulreife und hier ein möglichst sehr guter Notenschnitt zur Zulassung nötig, so können Studiengänge im medizintechnischen Bereich auch mit einem – wenn auch im Normalfall überdurchschnittlich guten – Fachabitur, also mit der Fachhochschulreife angegangen werden. Aufbau und Gliederung dieser Studiengänge unterscheiden sich völlig von den vorgenannten, und auch die Abschlüsse heißen anders: Bachelor of Science (BSc) oder Master of Science (MSc), je nachdem, ob das grundlegende Bachelorstudium noch durch das Masterstudium ergänzt wird. Der Abschluss an der Fachhochschule lautet Dipl. Ing. FH.

Berufliche Perspektiven & Verdienstmöglichkeiten

Auch den Absolventen der medizintechnischen Studiengänge bieten sich hervorragende Berufsperspektiven, etwa Jobs in der Gesundheitsindustrie. Direkten Patientenkontakt haben Medizintechniker naturgemäß nicht, doch können ihre Kenntnisse auf dem technischen und dem Computersektor ebenso lebensrettend sein wie die angewandten Kenntnisse der Allgemein- und der Zahnmediziner.

Während das Studium der Zahnmedizin recht teuer ist (Schätzungen zufolge müssen die Studie-renden bis zum Abschluss des Studiums, je nach Universität, bis zu 13.000 Euro allein für Lehrmaterialien aufbringen), ist das humanmedizinische Studium geradezu günstig. Einige hundert Euro für Lehrmaterial sowie die von der jeweiligen Universität und dem Bundesland abhängigen Semestergebühren und –beiträge, allzu viel mehr kommt hier nicht zusammen. Gleiches gilt für ein Studium im medizintechnischen Umfeld.

Studiendauer

Die Studiendauer wiederum ist bei Zahn- und Allgemeinmedizinern vergleichbar, was damit zusammenhängt, dass die Inhalte und die zu besuchenden Veranstaltungen im Grundstudium identisch sind. Im Hauptstudium dann trennen sich die Wege, angehende Zahnärzte beginnen, sich zu spezialisieren. Zahnmediziner benötigen bis zum Staatsexamen im Schnitt elf Semester, Humanmediziner etwas mehr als zwölf Semester. Die meisten Absolventen promovieren jedoch anschließend, was noch einmal bis zu vier Semester dauern kann. Die Absolventen der medizintechnischen Studiengänge dagegen brauchen üblicherweise sechs Lehr- und zwei Fachsemester bis zum Bachelor, der Master dauert dann noch einmal etwa vier Semester.

Je nach Position im Krankenhaus (Fach-, Ober- oder leitender Oberarzt) oder als niedergelassene Ärzte verdienen Humanmediziner zwischen 2.000 und 6.500 Euro im Monat, niedergelassene Zahnärzte zwischen 3.500 und 4.400 Euro. Die Einkünfte der Medizintechniker variieren ebenfalls sehr stark, hier kommt es vor allem auf das Unternehmen und das Bundesland an. Die Spanne reicht von etwas über 1.800 Euro in Sachsen-Anhalt bis zu knapp 4.200 Euro im Saarland. Deutschlandweit liegt der Gehaltsschnitt bei knapp 4.000 Euro pro Monat.

Die Karriereperspektiven sind für beide Berufszweige bestens. Mediziner werden immer gebraucht, und die Bevölkerung wird immer älter. Medizintechniker werden aufgrund der weiter fortschreitenden Technisierung immer mehr nachgefragt.