Das Studium der Humanmedizin - Informationen zum Medizinstudium

Seit der Antike und Hippokrates ist das Studium der Medizin die unbedingte und formale Anforderung, die angehenden Allgemeinmedizinern gestellt wird. Paragraph Eins der Approbationsordnung für Ärzte aus dem Jahr 2002 definiert das Ziel des Studiums als den „wissenschaftlich und praktisch in der Medizin ausgebildeten Arzt, der zur eigenverantwortlichen und selbständigen ärztlichen Berufsausübung, zur Weiterbildung und zu ständiger Fortbildung befähigt ist." Diese Approbationsordnung reglementiert das Medizinstudium für das gesamte Bundesgebiet einheitlich.

An den meisten Universitäten kann das Medizinstudium jeweils nur zum Wintersemester aufgenommen werden. Weil sich aus jedem Abiturjahrgang mehr Bewerber um einen Studienplatz herausbilden, als die Unis Studenten aufnehmen können, gilt ein bundesweiter Numerus Clausus, der sich von Jahr zu Jahr meist ändert. Die ZVS - die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen - vergibt 20 Prozent der Plätze an Bewerber mit einigen Wartesemestern und weiter 20 Prozent an Bewerber, die den besten Abiturschnitt aufweisen. Die restlichen 60 Prozent der Studienplätze vergeben die Hochschulen selbst.

Vorklinischer Teil im Medizinstudium

Wer einen Medizinstudienplatz ergattert hat, beginnt mit dem so genannten Vorklinischen Teil, in dem die Grundlagen der Medizin auf dem Lehrplan stehen.

Insbesondere naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Prinzipien und die Funktionswiese des menschlichen Körpers sollen die Studierenden hier erlernen, dabei müssen insgesamt 14 verschiedene Lehrveranstaltungen erfolgreich absolviert werden, um die sich dem Vorklinischen Teil anschließende Prüfung („erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung") absolvieren zu dürfen.

Dazu müssen während des Vorklinischen Teils auch ein 90 Tage langes Krankenpflege-Praktikum und ein Kurs in Erster Hilfe abgeleistet werden. Die Prüfung selbst, auch Physikum genannt, besteht aus schriftlichen und praktischen bzw. mündlichen Teilen.

Klinischer Teil im Medizinstudium

Ist die Prüfung erfolgreich gewesen, so erfolgt der Eintritt in den so genannten Klinischen Teil des Studiums, in dem einige der allgemein gebräuchlichsten Fachgebiete von Allgemeinmedizinern (wie etwa Augenheilkunde, Gynäkologie, Innere Medizin oder Orthopädie) gelehrt werden. In vielen weiteren so genannten Querschnittsgebieten wie etwa Prävention, Ethik der Medizin oder Gesundheitssystem sind ebenfalls Leistungsnachweise erforderlich.

Famulatur

Während der Semesterferien bzw. der vorlesungsfreien Zeiten im Klinischen Teil des Studiums müssen die Studierenden insgesamt vier Monate praktischer Arbeit leisten, man spricht von der „Famulatur". Diese muss zu einem Monat in einer Arztpraxis oder ambulanten Krankenversorgungsstelle, zu zwei Monaten in einem Krankenhaus und einem erneuten Monat in einer der genannten Umgebungen stattfinden, wobei dieser letzte Monat frei gewählt werden darf. Sinn und Zweck der Famulatur liegen auf der Hand: Die Studierenden sollen mit der Versorgung der Patienten und mit den Situationen vertraut werden, mit denen sie später im Alltag in der Praxis oder im Krankenhaus konfrontiert werden.

Praktisches Jahr

Sind die genannten theoretischen Bereiche und die Famulatur überstanden, so erfolgt vor der Abschussprüfung das so genannte Praktische Jahr, das sich in drei Abschnitte zu je 16 Wochen unterteilt. Der erste Teil findet statt in der Inneren Medizin, der zweite in der Chirurgie und der dritte üblicherweise in der Allgemeinmedizin. Die angehenden Ärzte sollen so den Umgang mit Patienten vertiefen und die erlernten Kenntnisse praktisch und unter Aufsicht umsetzen.

Staatsexamen

Den Abschluss des Studiums bilden die schriftlichen und die praktisch-mündlichen Prüfungen des Klinischen Teils, unter Studierenden flapsig als Hammerexamen bezeichnet. Dieses wird ausgearbeitet und durchgeführt vom Institut für medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen. Alle Prüfungsteile müssen bestanden werden, früher war noch ein Notenausgleich möglich, wenn ein Teil mit mangelhaft bewertet wurde.

Medizinische Promotion

Die medizinische Promotion dauert ein bis zwei Semester bei einer Vollzeitpromotion oder ca. drei Semester, wenn sie parallel zum noch laufenden Studium durchgeführt wird. Der übliche Abschluss ist der Titel „Dr. med., die Regelstudiendauer beträgt zwölfeinhalb Semester. Die Kosten des Studiums sind recht überschaubar, in erster Linie hängen sie davon ab, ob das jeweilige Bundesland Semestergebühren erhebt; dazu kommen noch etwaige Kosten für Semesterbeiträge. Und natürlich für Bücher. Diese sollten allerdings 80 Euro pro Semester nicht übersteigen.

Wo studieren?

Das Studium der Humanmedizin wird an den folgenden Standort in Deutschland angeboten:

- Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen)
- Universitätskliniku Charité der Humboldt-Universität Berlin
- Ruhr-Universität Bochum
- Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- Technische Universität Dresden
- Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
- Universität Duisburg-Essen
- Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
- Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
- Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- Justus-Liebig-Universität Gießen
- Georg-August-Universität Göttingen
- Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
- Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Universität Hamburg
- Medizinische Hochschule Hannover
- Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
- Universität zu Köln
- Universität Leipzig
- Universität zu Lübeck
- Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
- Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- Universitätsklinikum Mannheim
- Philipps-Universität Marburg
- Ludwig-Maximilians-Universität München
- Technische Universität München
- Westfälische Wilhelms-Universität (Münster)
- Universität Regensburg
- Universität Rostock
- Universitätsklinikum des Saarlandes (Homburg)
- Eberhard Karls Universität Tübingen
- Universität Ulm
- Universität Witten/Herdecke
- Julius-Maximilians-Universität Würzburg