Das Studium der Medizintechnik - Informationen zum Medizintechnik Studium

Als größter industrieller Sektor gilt heutzutage die Gesundheitsindustrie. Wer sich hier einen Job ergattern kann, ist in einem technologischen Gebiet der Zukunft zuhause. Ein sehr dynamischer Zweig der Gesundheitsindustrie ist die moderne medizinische Technik, und besonders deutsche Produkte aus diesem Sektor genießen weltweit einen besonderen Ruf. Der Bedarf an Arbeitskräften steigt ständig, und das Studium der Medizintechnik öffnet so manche Tür.

Die bisherigen Diplomstudiengänge der Fachhochschulen werden in Deutschland momentan in ein Bachelor- und Master-Studienprogramm umgestellt, wodurch nun auch zunehmend Universitäten den Studiengang der Medizintechnik anbieten, während das früher fast ausschließlich den Fachhochschulen vorbehalten war. Die Kosten des Studiums hängen in erster Linie davon ab, in welchem Bundesland man studieren möchte (Semesterbeiträge und -gebühren), dazu kommen weitere Ausgaben wie etwa für Lehrmaterial. Zulassungsvoraussetzungen sind somit entweder das Fachabitur oder die Allgemeine Hochschulreife.

Die universitäre Regelstudiendauer für den Bachelor-Abschluss liegt bei sieben Semestern, zwei davon werden als Grundstudium gezählt; für den Master kommen noch einmal etwa vier Semester hinzu. An der Fachhochschule wird ein Semester weniger veranschlagt. Das Studium wird üblicherweise in Medizinische Physik (z.B. Strahlenschutz) Medizinische Informatik (z.B. Digitale Bildverarbeitung), Biomedizinische Technik (z.B. Herzschrittmacher) und Klinik-Ingenieurwesen (z.B. Biomechanik) gegliedert. Auch die Thematik von ethischer Verantwortung zwischen Technik und Medizin wird behandelt. Diese Unterteilung fußt auf einer Ausarbeitung der deutschen Gesellschaft für Biomedizinische Technik (DGBMT), einem Fachgesellschaft innerhalb des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik,

Die Lehrveranstaltungen bis zum Bachelor-Abschluss bestehen im Wesentlichen aus den Fächern Mathematik, Physik, Elektrotechnik, Digitaltechnik, Praktische Informatik, Grundlagen der Medizin, Anatomie/Physiologie/Biochemie, Objektorientierte Programmierung, Signale und Systeme, Elektronische Schaltungen, Digital- und Mikrocomputertechnik, Biomedizinische Oktik und Technik, Software-Entwicklungsmethoden und -Tools, Betriebssysteme, Embedded Systems, Analogtechnik, Klinische Medizin, Digitale Signalverarbeitung, BWL, Kommunikationstechnik, Software Engineering, Sensorik, Bildgestützte Medizin und Navigation, Biomechatronik und vier Wahlfächern.

Grob kann gesagt werden, dass der Schwerpunkt des ersten Studienjahres darin liegt, dass technische, naturwissenschaftliche und informatische Grundlagen geschaffen werden, worauf die im zweiten Jahr zu erlernenden Anwendungen sowie BWL- und Managementkenntnisse sowie juristische Grundlagen aufbauen. Im dritten und letzten Jahr stehen die fachlichen Anwendungen im Vordergrund. In diesen Zeitraum fällt auch eine Praxisphase, die oft relativ frei wählbar ist. Den Abschluss des Studiums bildet die Bachelor-Arbeit; viele Studierende setzen noch das Masterstudium hinzu.

In diesem Masterstudiengang werden den Studierenden weiterführende und durch wissenschaftli-che Erkenntnisse fundierte Methoden, Konzepte und Techniken beigebracht. Dabei ist wichtig, dass die ökonomischen Grundlagen, die im Bachelorstudium verinnerlicht wurden, weiter ausgebaut werden. Wer seinen Master macht, wird später vornehmlich in Berufen in den medizinischen Industrie oder in einer Klinik arbeiten, wo Informationstechnologien ebenso angewandt werden wie die während des Studiums vermittelten ethischen Werte, die für die Forschung eine gewichtige Rolle spielen. Üblicherweise stellen die Universitäten ihren Master-Studierenden gute Beratungsprogramme zur Seite. Dabei geht es um Mentoring, um individuelle Beratung und weiterführende Betreuung.

Die wissenschaftlichen Abschlüsse lauten „Bachelor of Science" (BSc) und „Master of Science" (MSc).

In Deutschland besteht zu dem die Möglichkeit, sich zum Medizintechniker ausbilden zu lassen: Diese haben zuvor oft eine Ausbildung im Metall- oder Elektrobereich abgeschlossen und sich dann weiterqualifiziert. Das kann entweder durch eine mehrjährige praktische Ausbildung oder durch eine zweijährige Weiterbildung an einer Technikerschule geschehen. Der Abschluss hier lautet dann „staatlich geprüfter Techniker, (Fachrichtung) Medizintechnik".