Das Studium der Sportmedizin - Übersicht zum Sportmedizin Studium

Das Fachgebiet der Sportmedizin, als spezielle Disziplin innerhalb der Humanmedizin, befasst sich mit der Erkennung, der Behandlung, der Vorbeugung und der Rehabilitation von Sportverletzungen und -schäden. Hierbei wird untersucht, welchen Einfluss Bewegung und Bewegungsmangel auf körperlich gesunde wie körperlich kranke Personen haben.

Wer Sportmediziner werden möchte, muss üblicherweise zunächst das im Folgenden skizzierte Studium der Humanmedizin an der Universität durchlaufen und sich anschließend insgesamt 240 Stunden weiterbilden, davon 120 Stunden in der eigentlichen Sportmedizin und 120 Stunden im Bereich "Leibesübungen". Doch zunächst alles Wesentliche zum Medizinstudium:

Aus jedem Abiturjahrgang gibt es mehr Bewerber um einen Studienplatz herausbilden, als die Unis Studenten aufnehmen können, darum gilt ein bundesweiter Numerus Clausus, der sich von Jahr zu Jahr meist leicht ändert. Die ZVS (die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen) vergibt 20 Prozent der Plätze an Bewerber mit einigen Wartesemestern und weiter 20 Prozent an Bewerber, die den besten Abiturschnitt aufweisen. Die restlichen 60 Prozent der Studienplätze vergeben die Hochschulen selbst.

Wer einen Medizinstudienplatz ergattert hat, beginnt mit dem so genannten Vorklinischen Teil, in dem die Grundlagen der Medizin auf dem Lehrplan stehen.

Insbesondere naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Prinzipien und die Funktionswiese des menschlichen Körpers sollen die Studierenden hier erlernen, dabei müssen insgesamt 14 verschiedene Lehrveranstaltungen erfolgreich absolviert werden, um die sich dem Vorklinischen Teil anschließende Prüfung ("erster Abschnitt der Ärztlichen Prüfung") absolvieren zu dürfen.

Dazu müssen während des Vorklinischen Teils auch ein 90 Tage langes Krankenpflege-Praktikum und ein Kurs in Erster Hilfe abgeleistet werden. Die Prüfung selbst, auch Physikum genannt, besteht aus schriftlichen und praktischen bzw. mündlichen Teilen.

Ist die Prüfung erfolgreich gewesen, so erfolgt der Eintritt in den so genannten Klinischen Teil des Studiums, in dem einige der allgemein gebräuchlichsten Fachgebiete von Allgemeinmedizinern (wie etwa Augenheilkunde, Gynäkologie, Innere Medizin oder Orthopädie) gelehrt werden. In vielen weiteren so genannten Querschnittsgebieten wie etwa Prävention, Ethik der Medizin oder Gesundheitssystem sind ebenfalls Leistungsnachweise erforderlich.

Während der Semesterferien bzw. der vorlesungsfreien Zeiten im Klinischen Teil des Studiums müssen die Studierenden insgesamt vier Monate praktischer Arbeit leisten, man spricht von der „Famulatur". Diese muss zu einem Monat in einer Arztpraxis oder ambulanten Krankenversorgungsstelle, zu zwei Monaten in einem Krankenhaus und einem erneuten Monat in einer der genannten Umgebungen stattfinden, wobei dieser letzte Monat frei gewählt werden darf. Sinn und Zweck der Famulatur liegen auf der Hand: Die Studierenden sollen mit der Versorgung der Patienten und mit den Situationen vertraut werden, mit denen sie später im Alltag in der Praxis oder im Krankenhaus konfrontiert werden.

Sind die genannten theoretischen Bereiche und die Famulatur überstanden, so erfolgt vor der Abschussprüfung das so genannte Praktische Jahr, das sich in drei Abschnitte zu je 16 Wochen unterteilt. Der erste Teil findet statt in der Inneren Medizin, der zweite in der Chirurgie und der dritte üblicherweise in der Allgemeinmedizin. Die angehenden Ärzte sollen so den Umgang mit Patienten vertiefen und die erlernten Kenntnisse praktisch und unter Aufsicht umsetzen.

Den Abschluss des Studiums bilden die schriftlichen und die praktisch-mündlichen Prüfungen des Klinischen Teils, unter Studierenden flapsig als Hammerexamen bezeichnet. Dieses wird ausgearbeitet und durchgeführt vom Institut für medizinische und Pharmazeutische Prüfungsfragen. Alle Prüfungsteile müssen bestanden werden, früher war noch ein Notenausgleich möglich, wenn ein Teil mit mangelhaft bewertet wurde.

Die medizinische Promotion dauert ein bis zwei Semester bei einer Vollzeitpromotion oder ca. drei Semester, wenn sie parallel zum noch laufenden Studium durchgeführt wird. Der übliche Abschluss ist der Titel "Dr. med.", die Regelstudiendauer beträgt zwölfeinhalb Semester. Die Kosten des Studiums sind recht überschaubar, in erster Linie hängen sie davon ab, ob das jeweilige Bundesland Semestergebühren erhebt; dazu kommen noch etwaige Kosten für Semesterbeiträge. Und natürlich für Bücher. Diese sollten allerdings 80 Euro pro Semester nicht übersteigen.

Angehende Sportmediziner müssen nun noch die eingangs erwähnten Zusatzstunden absolvieren und bei der Landesärztekammer die Zusatzbezeichnung "Sportmedizin" beantragen. Dann klappt es mit der Approbation.