Das Studium der Tiermedizin (Veterinärmedizin) - Tiermedizin Studium

Wer sich als Veterinärmediziner (umgangssprachlich auch Tiermediziner genannt) niederlassen möchte, muss das durch die Verordnung zur Approbation von Tierärztinnen und Tierärzten (TAppV) staatlich geregelte Studium der Veterinärmedizin durchlaufen.

Allerdings bieten nur fünf Hochschulen in Deutschland, zwei in der Schweiz und nur eine in Österreich dieses Studium auch an:

  • Universität München (LMU München)
  • Freie Universität Berlin (FU Berlin)
  • Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Universität Leipzig
  • Tierärztliche Hochschule Hannover
  • Universität Bern
  • Universität Zürich
  • Universität Wien

Die Kosten sind je nach Bundesland eng mit den jeweiligen Studiengebühren und eventuellen Semesterbeiträgen verknüpft, des Weiteren muss mit Kosten für Lehrmaterial wie Bücher etc. gerechnet werden.

Die Vergabe der Studienplätze erfolgt in Deutschland nach dem Verfahren der Zentralen Vergabestellte für Studienplätze (ZVS), bei der sich Interessierte direkt bewerben müssen. Direkte Bewerbungen an den einzelnen Hochschulen sind nicht möglich.

Das Abitur (oder ein gleichwertiger Abschluss) ist Mindestvoraussetzung; außerdem schränkt die ZVS üblicherweise den Zugang zum Studium mittels eines Numerus Clausus ein. 20 Prozent der Plätze werden nach der Abiturnote und weitere 20 Prozent nach der Wartezeit der Bewerber vergeben, die übrigen 60 Prozent nach dem Auswahlverfahren der Hochschulen, das folgende Kriterien beinhaltet: Grad der Qualifikation, Abiturdurchschnittsnote, gewichtete Einzelnoten (z.B. naturwissenschaftliche Kurse und Deutsch), fachspezifische Studierfähigkeitstests, Berufsausbildung oder -tätigkeit, ein Auswahlgespräch oder Kombinationen dieser Kriterien.

Das Latinum ist keine Zulassungsvoraussetzung für das Studium und muss auch nicht im Verlauf des Studiums nachgeholt werden. Für den Nachweis des Latinums wird ersatzweise die "regelmäßige und erfolgreiche Teilnahme" (= Leistungsnachweis) an einem Kursus für "Medizinische Terminologie" anerkannt.

Gliederung des tiermedizinischen Studiums

Das deutsche Studium der Veterinärmedizin gliedert sich in mehrere Teile: Vorphysikum, Physikum und Klinischer Abschnitt. Mit dem Staatsexamen und der Approbation als Tierarzt ist das Studium nach in der Regel fünfeinhalb Jahren, also elf Semestern, beendet. Die Inhalte des Vorphysikums orientieren sich stark am Vorphysikum der Allgemeinmediziner (naturwissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Prinzipien, abgeschlossen mit dem „Physikum", das aus schriftlichen sowie mündlichen bzw. praktischen Teilen zusammengesetzt ist).

Während des Klinischen Teils besteht bereits die Möglichkeit, sich auf bestimmte Tiergattungen zu spezialisieren (also etwa auf Geflügel, Säugetiere etc.). Hier werden die Studierenden auch mehr und mehr auf praktischem Gebiet eingesetzt, bevor das Staatsexamen alle erworbenen Kenntnisse wiederum schriftlich und praktisch-mündlich prüft.

Zwar kann mit dem bestandenen Staatsexamen bereits die Approbation als Tierarzt erfolgen, allerdings ist es in den meisten Fällen mehr als sinnvoll, sich postgradual - also nach dem Studium - im Rahmen der Dissertation auf eine bestimmte Richtung zu konzentrieren. Diese Spezialisierung kann sowohl in fachlicher Hinsicht erfolgen (z.B. als Chirurg oder Pathologe) oder sich anhand einzelner Tiergattungen ausrichten. Mit der Dissertation, die bereits während des Studiums begonnen werden kann, erwerben die Studierenden den akademischen Grad Doctor medicinae veterinariae (Dr. med. vet.).

Im Rahmen der Dissertation kann es etwa Sinn machen, sich auf landwirtschaftliche Aspekte der Tiermedizin zu spezialisieren, da Tierärzte hier oft eine große Rolle spielen. Das trifft nicht zuletzt auf das Thema Seuchenschutz zu, bei dem die Erkennung und Behandlung von Infektionskrankheiten wie Rinderwahn oder Maul- und Klauenseuche im Vordergrund stehen und gleichzeitig erlernt werden muss, wie die Landwirte als Halter dieser Gattungen geschützt werden können. Auch die Prävention von Krankheiten wie Tollwut fällt in den Aufgabenbereich des hier spezialisierten Veterinärs.

Auch der Bereich der Lebensmittelhygiene fällt in die Verantwortung von hierfür ausgebildeten Tierärzten: Die Kontrolle von den Hygienebedingungen in Schlachthöfen oder bei Viehtransporten gehört ebenso dazu wie die Fleischuntersuchung.