Das Studium der Zahnmedizin - Überblick Zahnmedizinstudium

Wer sich zum Zahnarzt berufen fühlt, dem hält das deutsche Arbeitsrecht eine relativ hohe Hürde bereit: das Zahnmedizinstudium. Schon der Zugang ist von der ZVS - der Zentralen Vergabestelle für Studienplätze - begrenzt und reglementiert. Die medizinischen Fakultäten in Deutschland nehmen üblicherweise keine Abiturienten auf, deren Notendurchschnitt schlechter als 2,0 ist; die ZVS schreibt allerdings einen Numerus Clausus vor, der bei 1,6 oder besser angesiedelt ist.

Statistischen Erhebungen zufolge ist der Studiengang Zahnmedizin einer der teuersten, er kostet den Studierenden durchschnittlich 13.500 Euro, wobei in diese Summe einzig und allein die Kosten für Studienmaterial einbezogen sind.

Vorklinischer Teil

Mit dem so genannten Vorklinischen Teil, der fünf Semester dauert, beginnt der Studiengang. Hier werden die Disziplinen wie Physik, Chemie, Anatomie und Ähnliches gelehrt, im Großen und Ganzen etwas allgemeinmedizinische Fächer. Den Abschluss bzw. das letzte Semester dieses ersten Bausteins bildet das Physikum, das den Studierenden dazu befähigt, das Studium in der zahnmedizinischen Abteilung einer Universitätsklinik fortzusetzen.

Dieses Physikum (eigentlich: Zahnärztliche Vorprüfung) ist ein Examen, das eine schriftliche und drei mündliche Prüfungen beinhaltet. Zukünftig wird der Zugang zur Uniklinik dadurch verzögert, als eine neue Approbationsordnung auch Zahnmediziner zu einem drei- bis viermonatigen Pflegepraktikum zwingt, der so genannten Famulatur.

Klinischer Teil & 1. Staatsexamen

Ab dem sechsten Semester, dem ersten an der Klinik, kommt auch der praktischen Ausbildung des zukünftigen Zahnarztes mehr und mehr Bedeutung zu. Dieser zweite Block des Studiums wird daher auch Klinischer Teil genannt. Neben der theoretisch-propädeutischen Ausbildung - der Einführung in wissenschaftliche Methodik und Sprache - beginnen die Studierenden damit, zunächst ihre Kommilitonen, später dann auch Patienten unter Beaufsichtigung von Professoren und Zahnärzten zu behandeln. Nach zwei Semestern, in denen die Studierenden die alltägliche Praxis des Zahnarztberufs erlernen, und insgesamt sieben Studiensemestern erfolgt mit dem Ersten Staatsexamen eine weitere Prüfung.

Ist diese bestanden, warten weitere vier Semester auf die zukünftigen Zahnärzte. Sie beinhalten weitere Patientenkurse, die in zwei Semester der Zahnerhaltung und in zwei Semester der Prothetik, diversen Praktika und Vorlesungen in der Chirurgie und der Kieferorthopädie unterteilt sind. Dieser Studienblock wird als Praxisjahr bezeichnet. Mit dem Zweiten Staatsexamen wird dann das Studium abgeschlossen.

2. Staatsexamen

Dieses Zweite Staatsexamen, das die Studierenden nach einer Regelstudienzeit von zehn bis elf Semestern absolvieren müssen, besteht zunächst aus mündlichen Prüfungen in zwölf verschiedenen Fächern, darunter etwa Zahnerhaltung, Chirurgie, HNO, Innere Medizin, Zahnersatzkunde und ähnliche Fächer. Danach folgen schriftliche und vor allem praktische Prüfungen in ausschließlich zahnmedizinischen Disziplinen wie der Zahnersatzkunde, der Zahnerhaltung, der Chirurgie und der Kieferorthopädie.

Nur, wenn jede einzelne dieser Prüfungen erfolgreich bestanden wurde, ist das Staatsexamen bestanden und die Approbation - die Zulassung, die in Deutschland in bestimmten Berufsfeldern erforderlich ist, um praktisch arbeiten zu dürfen - kann beantragt werden. Die Absolventen sind nun berechtigt, den akademischen Grad „Doctor medicinae dentariae" zu führen, abgekürzt Dr. med. dent. Noch vor zehn Jahren schloss die Hälfte der Absolventen dem Studium noch eine Promotion an, in jüngster Zeit nimmt der Anteil der Promovierenden immer mehr ab.

Für am Zahnmedizinstudium interessierte Abiturienten dürfte zudem wissenswert sein, dass mo-mentan über eine Änderung der Approbationsordnung nachgedacht wird. Das zahnmedizinische Studium nämlich soll, auf Anregung des Wissenschaftsrats, stärker als bisher an das humanmedizinische angeglichen werden.

Wo studieren?

Das Studium der Zahnmedizin wird an den folgenden Standort in Deutschland angeboten:

- Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH Aachen)
- Universitätskliniku Charité der Humboldt-Universität Berlin
- Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- Technische Universität Dresden
- Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
- Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
- Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
- Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
- Justus-Liebig-Universität Gießen
- Georg-August-Universität Göttingen
- Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
- Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
- Universität Hamburg
- Medizinische Hochschule Hannover
- Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
- Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
- Universität zu Köln
- Universität Leipzig
- Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- Philipps-Universität Marburg
- Ludwig-Maximilians-Universität München
- Westfälische Wilhelms-Universität
- Universität Regensburg
- Universität Rostock
- Universitätsklinikum des Saarlandes (Homburg)
- Eberhard Karls Universität Tübingen
- Universität Ulm
- Universität Witten/Herdecke
- Julius-Maximilians-Universität Würzburg